Zukunftswerkstatt Heinersdorf e.V.
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PROJEKTE 2010: Politikstammtisch

Dokumentation | Stefan Liebich: Ein Jahr Bundestag | Politikstamtisch auf Außentour: Besuch im Bundespräsidialamt | Pleitestadt Berlin - Was können wir uns noch leisten? | Zivilgesellschaft Berlin? | Filmabend über das Krankenlager in Berlin-Blankenfelde "Man warf mich in ein Lager ..." | Klimaveranstaltung "Berlin – Die Grüne Stadt der Zukunft!? | Politikstammitsch auf Außentour: Führung im Bundesrat | Politikstammitsch auf Außentour: Führung im Bundespräsidialamt | Politikstammtisch 2010

Dokumentation 2010Dokumentation

Die Dokumentation zum Politikstammtisch 2010 ist abgeschlossen.

Sie können alle Informationen als PDF herunterladen:
Dokumentation-2010.pdf, 0,6 MB

 

 

 

 

22.02.2011

Stefan Liebich: Ein Jahr Bundestag

Dienstag, 26.10., 20.00 Uhr, Nachbarschaftshaus

Gast
Stefan Liebich (DIE LINKE), Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Pankow

Moderation
Uwe Müller

Vor einem Jahr gewann er überraschend das Pankower Direktmandat für den Bundestag: Stefan Liebich (DIE LINKE). Für ihn war es nicht nur der Sprung aus der Landes- in die Bundespolitik, sondern auch der Wechsel von einer Regierungsfraktion in die Opposition. Am 26. Oktober zieht er bei einem Politikstammtisch im Heinersdorfer Nachbarschaftshaus eine erste Bilanz und berichtet von seiner Arbeit. Welche Erwartungen haben sich erfüllt und wo ist Unerwartetes passiert? Was konnte er in die Arbeit des Parlaments einbringen? Und welche Rolle spielt der Blick aus seinem Heimatwahlkreis Pankow? Diese und andere Fragen wollen wir mit Stefan Liebich diskutieren. Diskutieren Sie mit!

Anmeldung: nein Gebühren: keine, um eine Spende wird gebeten Kontakt: info@zukunftswerkstatt-heinersdorf.de oder Tel. (030) 21 98 29 70

Ankündigung als PDF-Dateien in DIN A 6 oder DIN A 4
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28.09.2010

Mit dem vor einem Jahr überraschend für den Wahlkreis Pankow in den Bundestag gewählten Abgeordneten Stefan Liebich war am 26. Oktober ein weiterer Politiker zu Gast beim Heinersdorfer Politikstammtisch. Er zog eine erste Zwischenbilanz aus seinem neuen Betätigungsfeld, verglich es mit seiner vorherigen Wirkungsstätte – dem Berliner Abgeordnetenhaus – und wagte unter dem Aspekt der Regierungsfähigkeit seiner Partei den Blick in die Zukunft.

Dass auch er total überrascht war, als er am Abend des 27. September 2009 als Gewinner des Wahlkreises 77 feststand und sich gegen den amtierenden Wahlkreisvertreter und Politik-Veteran Wolfgang Thierse durchgesetzt hatte, gab er unumwunden zu. Mit dem damaligen Wahlverlierer Thierse verbindet Stefan Liebich auch nach einem Jahr gemeinsamer Zeit im Bundestag kein überhaus herzliches Verhältnis. Inzwischen sei er aber angekommen in der Bundespolitik, sagt Liebich, wobei ihm die Einschätzung schwer fällt, wo sich denn nun politisch mehr bewirken lasse – als Mitglied einer Regierungsfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus oder auf der Oppositionsbank im Bundestag. Zumindest lässt sich seine Politik noch weniger an den lokalen Wahlkreis-Interessen ausrichten, als dies im Berliner Parlament der Fall war. Immerhin sei die Arbeitsatmosphäre auf der Bundesebene professioneller und sachlicher und deutlich weniger von ideologischem Kleinkrieg geprägt. So wirke er als Mitglied der Linkspartei ganz selbstverständlich und den anderen Parlamentariern akzeptiert im Auswärtigen Ausschuss mit und unternehme gemeinsam mit Vertretern anderer Fraktionen Auslandsreisen – so auch kurz nach seiner Wahl, als er der Delegation von Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Staatsbesuch in Washington angehörte.

Kritisch wurde eine mögliche Regierungsbeteiligung der Linkspartei in einer der nächsten Legislaturperioden diskutiert. Er selbst sei dafür durchaus offen und sehe auch in seiner Partei einen grundsätzlichen Willen dazu. Thematisch bestünden mit der SPD und den Grünen zahlreiche Anknüpfungspunkte. Vor allem von einer Gruppe junger Parlamentarier aller drei Parteien, die sich regelmäßig trifft, gehen Überlegungen zu einer zukünftigen Kooperation bzw. Koalition aus. Doch nicht alle seiner Parteigenossen hätten auf den einschlägigen Themen – vor allem in der Außen- und Sicherheitspolitik – so moderate Ansichten wie er. Gerade die West-Genossen seien hier deutlich ideologischer ausgerichtet als die pragmatischeren und auf Landesebene schon regierungserfahrenen Ost-Linken. Und natürlich müsse sich auch die Gegenseite bewegen und die eingeübten Frontstellungen gegen DIE LINKE aufgeben. Auch im Publikum wurde einer baldigen Regierungsbeteiligung der Linkspartei Skepsis entgegen gebracht.

Vor allem in Bezug auf die Wahl des Bundespräsidenten im Sommer 2010 machte sich nahezu einhellige Kritik an der Haltung der Linkspartei Luft. Mit viel Unverständnis wurde die vertane Chance bewertet, mit Joachim Gauck eine ostdeutsche Persönlichkeit mit einer beeindruckenden Biografie in dieses wichtigste deutsche Staatsamt zu heben. Liebich bezeichnete die Zeit zwischen dem Rücktritt Horst Köhlers und der Wahl Christian Wulffs als die eindrücklichste seiner bisherigen Karriere im Bundestag und konnte die Kritik an seiner Partei in Teilen auch nachvollziehen. Allerdings habe, abgesehen von einer – vorher nicht angekündigten – geschlossenen Wahl Gaucks durch DIE LINKE, keine wirkliche Chance bestanden, zu einem anderen Ergebnis zu kommen. Vor allem aber hätten inhaltliche Differenzen und die Art und Weise der Kandidatenaufstellung durch SPD und Grüne zur Ablehnung Gaucks durch die Linkspartei geführt. Gauck sei kein wirklicher Linker und damit dem konservativen Kandidaten Wulff auch nicht vorzuziehen gewesen.

Auch wenn der 1972 geborene Stefan Liebich die DDR nur noch als Jugendlicher erlebt hat und seine Generation für den gewesenen Staatssozialismus und die ehemaligen SED-Kader kaum in Haftung genommen werden kann, hat auch er eine Vergangenheit aufzuweisen, derer er sich nicht unbedingt rühmen mag. So zählte er sich vor 1989 zu denjenigen, die vollständig von der Richtigkeit des bestehenden Systems überzeugt waren. In seiner Umgebung in den Neubaugebieten Ostberlins habe er die Probleme nicht gesehen und sich nicht vorstellen können, dass anderswo Menschen unter dem Staat litten. Als 14jähriger sei er schließlich sogar von der Staatssicherheit angeworben worden und seither als Stasi-Anwärter geführt worden – eine schaurige Vorstellung, wie er heute zugibt. Dass er damit so ehrlich umgeht und das Thema von sich aus anspricht, verleiht ihm eine angenehme Glaubwürdigkeit.

So ging ein anregender Diskussionsabend mit einigen neuen Erkenntnissen zu Ende: Mit Stefan Liebich hat Pankow einen Vertreter im Bundestag, dessen politische Karriere sicherlich erst am Anfang steht. Und er gehört zum pragmatischen Teil der Linkspartei, bei dem eine baldige Regierungsbeteiligung nicht ausgeschlossen scheint. Dass das längst noch nicht für die gesamte Fraktion gilt, sagt er aber auch.

Politikstammtisch mit Stefan Liebich

31.01.2011

Politikstamtisch auf Außentour: Besuch im Bundespräsidialamt

Wegen der großen Nachfrage beim ersten Besuch im März bietet die Zukunftswerkstatt eine weitere Führung im Bundespräsidialamt an. Interessierte können sich bis zum 30. September unter Angabe von Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit anmelden.

Dienstag, 26.10., 15.30 Uhr, Treffpunkt 15.15 Uhr, Spreeweg 1, 10557 Berlin

Anmeldung: ja Gebühren: keine, um eine Spende wird gebeten Kontakt: info@zukunftswerkstatt-heinersdorf.de oder Tel. (030) 21 98 29 70

30.08.2010

Pleitestadt Berlin – Was können wir uns noch leisten?

Dienstag, 29.06., 20.00 Uhr, Nachbarschaftshaus

Gast
Dr. Ulrich Nußbaum, Finanzsenator von Berlin

Moderation
Mareike Welke

Berlins Schuldenberg ist legendär – 20.000 Euro sind es inzwischen pro Einwohner. Muss Berlin bald noch mehr sparen? Lassen sich die Schulden überhaupt jemals abzahlen? Oder ist die Stadt auf Hilfe von außen angewiesen? Worauf müssen wir in Zukunft verzichten? Und was können wir uns neben den Zinszahlungen dann in Berlin noch leisten? Über diese Fragen wollen wir mit Ulrich Nußbaum diskutieren, der seit einem Jahr über Berlins klamme Finanzen wacht. Diskutieren Sie mit!

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18.05.2010

Kurz vor der Sommerpause war dann noch ein weiteres Mitglied des Berliner Senats als Gast beim Politikstammtisch eingeladen. Für den kurzfristig verhinderten Finanzsenator Ulrich Nußbaum kam am 29. Juni dessen Staatssekretärin für Haushalt Iris Spranger nach Heinersdorf. Iris Spranger trat 1994 in die SPD ein, war seit 1999 Abgeordnete und ist neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit im Senat ehrenamtlich stellvertretende Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sie berichtete kurzweilig und kenntnisreich über die Geldsorgen, die die Stadt seit jeher plagen, und die Möglichkeiten, die der Politik in dieser Situation noch bleiben. Dabei räumte sie durchaus Fehler beim übereilten und kurzsichtigen Verkauf von Landesvermögen in der jüngeren Vergangenheit ein.

Iris Spranger, die schon unter dem inzwischen wieder in die Schlagzeilen geratenen Thilo Sarrazin Staatssekretärin war, ging zu Beginn auf die finanzielle Gesamtsituation Berlins, deren Ursachen und wesentliche Kennzahlen ein. So führte sie die Schuldenlast von inzwischen mehr als 60 Milliarden Euro zu guten Teilen auf die strukturelle Sondersituation der ehedem geteilten Stadt zurück. Noch immer sind es vor allem die Personalkosten der mehr als 100.000 Beschäftigten, die mit 6,5 Milliarden Euro den größten Teil des Berliner Landeshaushalts ausmachen. Mehr als 10% des Etats fließen in Zinszahlungen, weitere Anteile des Haushalts sind in Pflichtabgaben gebunden. Insofern gab sie einer aus dem Publikum geäußerten Meinung Recht, wonach der Spielraum für politische Entscheidungen in dieser Situation gering ist. Einen bevorstehenden Kollaps der öffentlichen Finanzen in Berlin sieht sie allerdings nicht. Und das durch die gesetzlich festgelegte Schuldenbremse verordnete Ziel, in absehbarer Zeit zu einem ausgeglichenen Haushalt zu kommen, sieht sie in erreichbarer Nähe: Bereits 2014 soll es nach dem Willen des Senats so weit sein.

Bis dahin muss allerdings weiter gespart werden – etwa 600 Millionen Euro im Jahr. Selbst das aktuelle Konjunkturpaket des Bundes – auf den ersten Blick ein unerwarteter Geldsegen für Berlin – kann daran nicht viel ändern. Denn die Mittel müssen durch die Bundesländer kofinanziert werden, um überhaupt abgerufen werden zu können. Insofern sieht sich Berlin in einen Ausgabenzwang gebracht, der zwar dringend benötigte Baumaßnahmen an Schulen und Straßen schneller als geplant ermöglicht, auf der anderen Seite aber zusätzliche Belastungen für den Landeshaushalt schafft.

Erstaunlich offen und selbstkritisch äußerte sich Iris Spranger zu den Verkäufen von Landesbetrieben seit der Wende in Berlin – etwa der GASAG, der BEWAG, der Wasserbetriebe und einiger Wohnungsbauunternehmen. Bei etlichen dieser Veräußerungen seien Fehler gemacht worden. Sie brachten zwar einmalig Geld in die Landeskasse, belasten den Haushalt aber inzwischen bzw. entziehen ihm Gewinne, die die Unternehmen erwirtschaften. Denn die jüngste Vergangenheit habe gezeigt, dass die ehemaligen Landesunternehmen durchaus profitabel seien, sodass inzwischen sogar der Rückkauf zumindest von Anteilen kein Tabu innerhalb der Regierungskoalition mehr sei. Jedenfalls stehe sie weiteren Verkäufen – etwa von Wohnungsunternehmen – sehr kritisch gegenüber.

Abgerundet wurde der durchweg interessante und unterhaltsame Abend durch einen Rückblick in die Amtszeit Thilo Sarrazins und ein paar Worte aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen. Was nach außen offensichtlich ist, bestätigte sie auch in Bezug auf die Zusammenarbeit: Nußbaum und Sarrazin haben durchaus sehr unterschiedliche Charaktere. Dennoch sei ihr Verhältnis auch zu Sarrazin stets sehr vertrauensvoll gewesen – das müsse auch so sein, denn ein Staatssekretär könne durch unbedachte Äußerungen einen Senator jederzeit zu Fall bringen. Und so lässt Spranger auch im Nachhinein nichts auf ihren Ex-Chef kommen – er sei zwar wenig diplomatisch und kommunikativ, aber stets verlässlich.

Politikstammtisch mit Iris Spranger

18.05.2010

Zivilgesellschaft Berlin?

Dienstag, 01.06., 20.00 Uhr, Nachbarschaftshaus

Gast
Dr. Ehrhart Körting, Innensenator von Berlin

Moderation
Katharina Koufen

Bürgerliches Engagement, Mitbestimmung, Zivilcourage - Wo dürfen und wo müssen wir uns beteiligen und einmischen? Hat die Mehrheit in einer Demokratie immer Recht? Welche Grenzen setzt der Rechtsstaat? Und was kann man gegen Rechtsextremismus und Naziaufmärsche tun? Um diese und andere Fragen geht's im Gespräch mit Berlins Innensenator Körting. Disktuieren Sie mit!

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18.05.2010

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Politikstammtisch statt Stammtischpolitik" war am 1. Juni Berlins Innensenator Ehrhardt Körting zu Gast im Heinersdorfer Nachbarschaftshaus. Der 68jährige SPD-Politiker, der das Ressort seit 2001 leitet, rangiert auf der aktuellen Beliebtheitsskala der Berliner Landespolitiker seit Monaten auf Platz 1. Der Abend stand unter der Überschrift "Zivilgesellschaft Berlin" und sollte die Themen Bürgerliches Engagement, Mitbestimmung und Zivilcourage in den Fokus rücken.

Vor allem unter dem Eindruck der vieldiskutierten Proteste gegen den Neonazi-Aufmarsch am 1. Mai an der Bornholmer Straße in Pankow gingen die ersten Fragen aus dem Publikum natürlich in diese Richtung. Durch Sitzblockaden und andere Störungen war es den Gegendemonstranten gelungen, dass die eigentlich bis zum S-Bahnhof Storkower Straße geplante Demonstration über die Schönhauser Allee nicht hinauskam und schließlich abgebrochen werden musste. Körting hatte zuvor öffentlich die Sitzblockade, an der sich auch sein Parteifreund Wolfgang Thierse beteiligt hatte, als strafbare Nötigung verurteilt. Mit der Frage nach dem doch eigentlich als positives Zeichen zu wertenden Erfolg der Blockierer im Sinne gelebter Zivilcourage antwortete Körting mit seiner Aufgabe als oberstem Verfassungshüter: Natürlich begrüße er es, wenn die Bürger deutlich zeigten, dass sie rechte Aufmärsche nicht dulden wollen. Andererseits müsse er das Recht auf Demonstrationsfreiheit sicherstellen und notfalls auch durchsetzen – auch wenn ihm die Ideologie der Veranstalter ebenso wenig gefalle wie den meisten anderen Einwohnern Berlins.

Damit war auch das zweite Thema des Abends bestimmt: Ein möglicher zweiter Versuch, die NPD als Partei zu verbieten. Körting zeigte sich einem solchen Ansinnen gegenüber zurückhaltend – nicht nur wegen der unklaren Erfolgsaussichten, sondern auch deswegen, weil die Sympathisanten damit nicht aus der Welt und ohne die Partei ggf. noch schlechter zu kontrollieren wären. Er wies aber darauf hin, dass ein Verbot dennoch in Betracht kommen könne und er in jüngerer Vergangenheit auch mehrere rechte Gruppierungen verboten habe.

Aber auch der Frage, welche Rolle bürgerschaftliches Engagement spielen sollte, wurde nachgegangen. So würdigte Körting die Aktivitäten, die in Berlin – und auch in Heinersdorf – zunehmend von den Bürgern ausgingen und positiv auf das Lebensumfeld einwirken. Nicht nur gegen etwas zu sein, sondern sich auch für den eigenen Kiez einzusetzen, sei aus gesellschaftlicher Sicht überaus wichtig. Allerdings dürfe bürgerschaftliches Engagement staatliches Handeln auch nicht ersetzen – Einspareffekte in öffentlichen Haushalten etwa seien dadurch nicht zu erwarten.

Natürlich wurde neben einer Reihe konkreter Anfragen einzelner Besucher (etwa nach dem Fall, in dem in einem Berliner Bürgeramt Ausweise gestohlen wurden) auch die Frage nach der Sicherheit in Berlin insgesamt laut: Warum werden nicht mehr Polizisten eingestellt? Körting machte deutlich, dass es angesichts der aktuellen Haushaltslage für ihn ein Erfolg sei, wenn die Anzahl der Stellen im Poilzeidienst halbwegs konstant gehalten werden könne. Eine Ausweitung des Personalbestandes sei nicht realistisch bzw. nur bei gleichzeitiger Einsparung anderer Stellen im Öffentlichen Dienst – etwa bei den Lehrern – möglich. Letzteres sei bei einer ganzheitlichen Betrachtung aller Politikfelder auch aus der Sicht eines Innensenators nicht wünschenswert. Nach Körtings Einschätzung ist aber die Ausstattung mit Personal bei der Berliner Polizei auch keinesfalls prekär. Im Übrigen sei die gefühlte Sicherheit vielfach geringer als die tatsächlich vorhandene. Und absolute Sicherheit könne es ohnehin nicht geben.

Der gesundheitlich sichtlich und vor allem hörbar angeschlagene Innensenator verabschiedete sich nach einer guten Stunde von seinem applaudierenden Publikum, das zahlenmäßig leider schwach vertreten war.

Politikstammtisch mit Ehrhart Körting

31.01.2011

Filmabend über das Krankenlager in Berlin-Blankenfelde "Man warf mich in ein Lager ..."

Am 29. April findet ein ganz besonderer Politikstammtisch statt. Im Mittelpunkt steht eine filmische Spurensuche, die in dem Film „Man warf mich in ein Lager ...“ ihr Ergebnis fand.

Schülerinnen und Schüler des Max-Delbrück-Gymnasiums haben das Projekt von der Konzeption über die notwendigen Recherchen bis zur Realisierung eigenständig durchgeführt und wurden dabei von Fachkräften unterstützt. Das Projekt wurde von Metaversa e.V. Verein für Medien, Bildung und Kultur durchgeführt und aus Mitteln des LAP Pankow finanziert. Das Krankenlager in Blankenfelde bestand seit 1940 - zunächst für Kriegsgefangene, später ab 1942 für arbeitsunfähige Ostarbeiter. Das Projekt wurde im Stile eines Doku-Features realisiert - mit Interviews, Außenaufnahmen und Archivmaterial.

Im Anschluss an die Filmvorführung, die etwa eine halbe Stunde dauert, stehen einige Jugendliche zum Gespräch zur Verfügung.

Donnerstag, 29.04., 20.00 Uhr, Nachbarschaftshaus

Anmeldung: nein Gebühren: keine, um eine Spende wird gebeten Kontakt: kommunikation@zukunftswerkstatt-heinersdorf.de oder Tel. (030) 21 98 29 70

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11.04.2010

Die Veranstaltung begann mit einer Vorstellung des Filmprojekts, das 2009 mit Schülerinnen und Schülern des Pankower Max-Delbrück-Gymnasiums durchgeführt wurde. Es hatte eine Dokumentation der Spurensuche zum Inhalt, die in Bezug auf ein ehemaliges Krankenlager in der unmittelbaren Umgebung des StadtGutes Blankenfelde durchgeführt wurde. Dazu zählte ein Bericht über archäologische Grabungen, die auf dem Gelände stattfanden. Die Projektgruppe hat aber auch Bewohnerinnen und Bewohner zu ihren Erinnerungen befragt, die sie an das so genannte Durchgangs- bzw. Sterbelager für arbeitsunfähige Ostarbeiter/innen haben, das sich zwischen 1942 und 1945 unmittelbar vor ihrer Haustür befand. Im Anschluss an diese kurze Einführung wurde der Film gezeigt, der vollständig von den Jugendlichen konzipiert und hergestellt wurde. Er stellt den Bericht über den Fortgang und die Ergebnisse der Grabungen geschickt den Berichten der Zeitzeugen gegenüber und gibt ein beeindruckendes Zeugnis über einen nahezu vergessenen Teil Ortsgeschichte in Blankenfelde.

Höhepunkt des Films und des begleitenden Projekts war ein Treffen mit der im Lager in Blankenfelde geborenen Russin Raissa Bogdanova, die dazu ins Pankower Rathaus gekommen war. Sie war der Mutter unmittelbar nach der Geburt weggenommen und unter dem Vorwand einer ärztlichen Untersuchung aus dem Lager geschafft wurde. Interessant war vor allem ein weiteres Detail aus ihrem Leben: Einige Zeit nach ihrer Geburt kam Raissa Bogdanova für einige Zeit in eine Pflegefamilie in der Heinersdorfer Fasoltstraße 27, wie sie bei späteren Recherchen herausgefunden hat.

Nach der Vorführung des vor allem wegen der persönlichen Geschichte von Raissa Bogdanova überaus bewegenden Films konnte mit dem Organisator des Filmprojekts, Rudolf Freundorfer diskutiert werden. Auch wenn die Anzahl der Teilnehmenden leider deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb, entspann sich ein spannendes Gespräch, das mit der Verabredung endete, ggf. mit Heinersdorfer Jugendlichen ein ähnliches Projekt durchzuführen, das sich mit der inzwischen in Vergessenheit geratenen Vergangenheit des Ortsteils befasst.

Der Film kann auch im Internet auf der Seite von Metaversa e.V. vollständig angesehen werden.

31.01.2011

Klimaveranstaltung "Berlin – Die Grüne Stadt der Zukunft!?

Im Rahmen des Politikstammtisches fand in Kooperation mit dem Runden Tisch Blankenburg eine Podiumsveranstaltung statt. Nähere Informationen dazu finden sich auf einer eigenen Seite.

Freitag, 16.04., 19.00 Uhr, Albert-Schweitzer-Stiftung Blankenburg

31.01.2010

Politikstammitsch auf Außentour: Führung im Bundesrat

Wir organisieren eine Führung durch durch den Bundesrat. Interessierte sind herzlich eingeladen. Für die Teilnahme benötigen wir eine verbindliche Anmeldung mit Angabe von Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort. Zur Besichtigung ist ein gültiger Lichtbildausweis mitzuführen. Die Mitnahme von Flüssigkeiten oder gefährlichen Gegenständen ist untersagt.

Samstag, 20.03., 13.30 Uhr (Achtung! Uhrzeit geändert), Treffpunkt 14.15 Uhr vor dem Bundesrat

Anmeldung: ja Gebühren: keine, um eine Spende wird gebeten Kontakt: info@zukunftswerkstatt-heinersdorf.de oder Tel. (030) 21 98 29 70

16.02.2010

Politikstammitsch auf Außentour: Führung im Bundespräsidialamt und im Schloss Bellevue

Wir organisieren eine Führung durch durch das Bundespräsidialamt und das Schloss Bellevue. Interessierte sind herzlich eingeladen. Für die Teilnahme benötigen wir eine verbindliche Anmeldung mit Angabe von Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort. Zur Besichtigung ist ein gültiger Lichtbildausweis mitzuführen. Die Mitnahme von Flüssigkeiten oder gefährlichen Gegenständen ist untersagt.

Donnerstag, 11.03., 15.00 Uhr, Treffpunkt 14.45 Uhr an der Wache der Bundespolizei am Bundespräsidialamt, Spreeweg 1, 10557 Berlin

Anmeldung: ja Gebühren: keine, um eine Spende wird gebeten Kontakt: info@zukunftswerkstatt-heinersdorf.de oder Tel. (030) 21 98 29 70

16.02.2010

Besuch im Bundespräsidialamt

31.01.2011

Politikstammtisch 2010

Der Politikstammtisch wurde bereits 2008 von der Zukunftswerkstatt ins Leben gerufen, um zu einer Verbesserung der Kommunikation zwischen politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen und den Einwohnern des Ortsteils Heinersdorf beizutragen. Es ist als Beitrag zur Stärkung der demokratischen Diskussions- und Beteiligungskultur konzipiert.

Nachdem der Politikstammitsch 2008 als Diskussionsreihe im Nachbarschaftshaus startete, führte er im vergangenen Jahr auch in zentrale Einrichtungen des demokratischen Gemeinwesens, wie z.B. den Bundestag oder das Bundeskanzleramt.

Auch in diesem Jahr heißt es wieder „Politikstammtisch statt Stammtischpolitik“. Zahlreiche Diskussionsabende und Besuchertouren sind in der Planung. Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch den Lokalen Aktionsplan Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Logo des BMFSFJDie Dokumentationen der vergangenen Jahre können Sie
hier als PDF herunterladen:
Dokumentation 2009, 1,8 MB
Dokumentation 2008, 0,9 MB

16.02.2010

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