PROJEKTE 2007: Gewerbegebiet an der Blankenburger Straße
Forderungen der ZWH | Folgetreffen am 17.04.2007 | Ortstermin am 23.02.2007 | Zur Problematik | Bilder
Forderungen der Zukunftswerkstatt Heinersdorf zur Entspannung der Situation rund um das Gewerbegebiet an der Blankenburger Straße
1 Lärmschutz
- Eine neue Lärmmessung muss durchgeführt werden. Die Daten von 2004 können keine Bemessungsgrundlage für die heute auftretenden Belastungen sein.
- Die Kopfsteinpflasterstraße soll bitumiert werden.
- Das Rangieren der Container (besonders unangenehmes, weil hochfrequentes "Quietsch"-geräusch) muss auf festgelegte Zeiten beschränkt werden.
2 Staubemission
- Die Stäube sollen auf ihre inhaltliche Zusammensetzung geprüft werden.
- Außerhalb der Halle darf kein Umschlag von Bauschutt stattfinden.
- Die Straßen und Wege zur Halle müssen regelmäßig gereinigt und befeuchtet werden.
- Auf der Blankenburger Straße mussten im vergangenen Jahr einige Bäume gefällt werden. Entsprechende Nachpflanzungen müssen vorgenommen werden.
3 Verkehrsbelastung
- Die Ein- und Ausfahrt muss neu geregelt werden. Sie muss auf beide Tore verteilt werden.
- Die Blankenburger Straße muss für Lkw von der Toreinfahrt bis zur Kreuzung Romain-Rolland-Straße auf
30 km/h beschränkt werden.
4 Ortstermine
- Ortstermine sollen unangekündigt durchgeführt werden.
Diese Forderungen haben wir dem Stadtrat für Öffentliche Ordnung und Verkehr, Herrn Kirchner, sowie dem Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, Herrn Köhne, mitgeteilt.
23.04.2007
Folgetreffen am 17.04.2007
In Fortsetzung des Ortstermins vom 23.02.2007 fand am 17.04.2007 ein Folgetreffen im Sitzungszimmer des Bezirksamtes statt. Dabei waren
- der Stadtrat für Öffentliche Ordnung und Verkehr, Herr Kirchner
- Vertreter des Bezirksamtes
- Vertreter der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
- Gewerbetreibende
- Heinersdorfer Bürgerinnen und Bürger
Das Bezirksamt hat sich im Vorfeld dieses Termins mit den geschilderten Problemen der Anwohner befasst. Dazu wurde ein weiterer Ortstermin mit den Gewerbetreibenden vereinbart und direkt auf dem Gelände wahrgenommen.
Herr Kirchner informierte nun über die "Gemengelage" und die derzeitige Struktur auf dem Gewerbegebiet. Danach sind derzeit 31 Gewerbebetriebe auf dem Gelände tätig. Davon unterliegen zwei Unternehmen, Fa. ORS und Fa. Conrex, den Richtlinien des Emissionsschutzes und werden jährlich von der Senatsverwaltung auf die Einhaltung dieser Richtlinien überprüft.
1 Lärmemission
Die letzte Lärmmessung wurde im Jahr 2004 durch die Senatsverwaltung vorgenommen. Die Ergebnisse bewegten sich innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte.
2 Staubemission
Lt. Auskunft der Senatsverwaltung wurden bei den Prüfungen keine gravierenden Beanstandungen festgestellt.
3 Verkehrsbelastung
Die letzte Verkehrszählung fand im Jahr 2005 statt. Vergleichend zur Zählung von 1999 fand eine leichte Abnahme des Verkehrs (auch des Lkw-Verkehrs) statt.
Vonseiten der Anwohner wurde immer wieder betont, dass der Lärm und auch die Staubentwicklung zugenommen hätten. Anwohner östlich des Gewerbegebiets gaben zusätzlich eine Geruchsbelästigung an. Anwohner von der Blankenburger Straße klagten weiterhin über die hohe Geschwindigkeit der Lkw, die zu Schäden an ihren Häusern führe, sowie über herabgefallene Schuttteile auf dem Fahrbahnrand und den Fuß- und Radwegen.
Vonseiten des Bezirks und der Senatsverwaltung wurde übereinstimmend ausgesagt, dass sich alle gewerblichen Aktivtäten im Rahmen der Gesetze und Richtlinien bewegten und damit keine Veranlassung zu Sanktionen bestehe. Herr Kirchner äußerte allerdings Verständnis für ein möglicherweise subjektiv anderes Empfinden der Anwohner.
Sowohl die Anwohner als auch wir, die Zukunftswerkstatt, sind mit dem Ausgang dieses Gesprächs nicht zufrieden. Selbst wenn alle Richtlinien und Gesetze eingehalten werden, ist die Belastung durch Lärm und Staub für die angrenzenden Wohngebiete einfach zu hoch. Eine weitere Gefahr für angrenzende Territorien sind immer wieder auftretende Brände. Der letzte Brand war am vergangenen Wochenende (21.04.2007). Um eine Entlastung herbeizuführen, sollte in einem nächsten Schritt das Gespräch mit dem Besitzer bzw. Konkursverwalter des Geländes gesucht werden.
23.04.2007
Ortstermin am 23.02.2007
ZWH suchte im Januar 2007 das Gespräch mit dem Stadtrat für Öffentliche Ordnung und Verkehr. Daraufhin wurde am 23.02.2007 ein Vororttermin durchgeführt. Dabei waren neben Heinersdorfer Bürgern:
- Herr Kirchner, Stadtrat für Öffentliche Ordnung und Verkehr
- Frau Paetzold, Referentin
- Frau Dr. Martens, Umweltamt Berlin-Pankow
- Herr Möller, Verkehrslenkung Berlin
Die Vertreter des Bezirksamtes konnten sich vor Ort ein Bild von der problematischen Situation machen. Anwohner aus unterschiedlichen Teilen von Heinersdorf berichteten über die Belastungen. Herr Kirchner sagte zu, der Frage nach der Umweltverträglichkeit dieses Gewerbegebietes nachzugehen. Als nächste Schritte folgen
- die Prüfung der Miet- und Pachtverhältnisse auf dem Grundstück sowie der Zuständigkeiten beim Bezirk und beim Senat,
- die Organisation eines Termins mit dem Umweltamt, den Gewerbetreibenden, den Anwohnern und dem Bezirksamt.
25.02.2007
Zur Problematik
Die Problematik des Gewerbegebietes ist bekannt:
- Schwerlastverkehr, in Spitzenzeiten hat eine Anwohnerin 50 LKW stündlich gezählt
- hohe Schadstoffbelastung der Luft durch Umschlag, Zwischenlagerung und Abtransport von Bauschutt
- Lärmbelastung durch Containerrangieren von 6.00 - 22.00 Uhr, auch am Wochenende
(Dabei ist immer wieder aufgefallen, dass die angegeben Zeiten deutlich überschritten werden.) - herabfallende Schrottteile, die an den Fahrbahnrändern der Blankenburger Straße liegen bleiben
Die Belastung für die Anwohner hat in den letzten zwei Jahren rasant zugenommen. In dieser Zeit haben Anwohner immer wieder versucht, das Bezirksamt für die Problematik zu sensibilisieren und eine für alle Beteiligten passable Lösung herbeizuführen.
25.02.2007
Bilder
Die nachfolgenden Bilder zeigen herabfallenden Bauschutt, der immer wieder auf die Blankenburger Straße und ihre Fahrbahnränder sowie die Fuß-/Radwege fällt:



27.04.2007