Machen statt Meckern - 10 Jahre Zukunftswerkstatt Heinersdorf

Die Zukunftswerkstatt Heinersdorf (ZWH) feierte am 19. Januar 2018 ihren ersten runden Geburtstag. Den äußeren Rahmen dafür bot der gemeinsame Jahresempfang mit dem Freizeithaus Weißensee im Margaretensaal neben der Heinersdorfer Kirche. Unter den rund 100 Gästen waren zahlreiche Vereinsmitglieder sowie Gäste aus Politik, Verwaltung und Partnerorganisationen, darunter Bezirksbürgermeister Sören Benn, die Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup und Stefan Liebich sowie Abgeordnetenhausmitglied Udo Wolff. Außerdem Vertreterinnen und Vertreter der Senats- und Bezirksverwaltung, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Freundeskreises Berlin-Pankow - Ashkelon/Israel. Für die künstlerische Untermalung sorgte die Heinersdorfer Band Blech & Schwafel sowie eine Weißenseer Flamenco-Gruppe. Das Buffet wurde von den Vereinsmitgliedern gestaltet.
 
ZWH-Vorstandsmitglied Gerd Müller erinnerte in seinem Rückblick an die Ursprünge des Vereins und dessen unzählige Aktivitäten der letzten zehn Jahre. Vorläufer der ZWH war die Initiative „Heinersdorf öffne dich“, die 2006 als Gegenstimme zu den damaligen Anti-Moschee-Protesten entstand. Ihr Ziel war es, für ein tolerantes Miteinander einzustehen und dies öffentlich zu zeigen. Doch schnell wurde klar, dass Heinersdorf mehr braucht. Denn so lebenswert der Ortsteil einerseits mit seinen romantischen Gärten und dem dörflichem Charakter ist, so vielschichtig sind andererseits die Probleme, darunter permanenter Durchgangsverkehr, Fluglärm, stadtplanerisches Chaos und das Fehlen von öffentlichen Plätzen und Angeboten. Aus dem Wunsch heraus diese Situation zu verbessern und etwas Positives zu schaffen, entwickelte sich im Herbst 2007 die Zukunftswerkstatt Heinersdorf. Am 19. Dezember 2007 wurde sie als gemeinnütziger Verein gegründet und hat seitdem unter dem Motto „nicht meckern - sondern einfach machen“ den Ortsteil verändert. Ihre Aktivitäten umfassen die Errichtung des Nachbarschaftshauses in der Alten Apotheke mit seinen vielfältigen Angeboten, die Gestaltung des Platz A, des Bolzplatzes, des Kastanienwäldchens und der Obstbaumwiese am Schmöckpfuhlgraben, das jährliche Dorffest, den Viertelmarathon, den Schülerclub, die Arbeit mit geflüchteten Menschen, Politikstammtische, Beiträge zur Stadtentwicklung und vieles, vieles mehr. Die verschiedenen Stationen der zehnjährigen Vereinsgeschichte wurden in einer Ausstellung festgehalten, die am gleichen Abend eröffnet wurde. Derzeit sind die 10 gestalteten Text- und Bildtafeln im Nachbarschaftshaus „Alte Apotheke" zu sehen. 
 
Bezirksbürgermeister Sören Benn und Bundestagsabgeordneter Stefan Liebig würdigten in ihrer gemeinsamen Rede die Arbeit der ZWH und forderten sie dazu auf, ihren bewährten konstruktiv-kritischen Dialog mit Verwaltung und Politik fortzusetzen und auch weiterhin Verbesserungen für Heinersdorf und die angrenzenden Gebiete einzufordern. Dieser Aufforderung wird die ZWH gerne folgen, indem sie Veränderungen mit gestaltet, sich einmischt, und sich beharrlich für die Rückgewinnung des öffentlichen Raumes einsetzt.