Porträt

Heinersdorf ist ein Ortsteil in der Mitte des Bezirks Pankow im Nordosten Berlins. Er wurde 1920 mit der Bildung Groß-Berlins eingemeindet und hat heute etwa 6.500 Einwohner.


Die erste bekannte urkundliche Erwähnung Heinersdorfs - damals noch unter dem Namen Hinrickstorppe - stammt aus dem Jahre 1302. Damals wurden die Pächte zweier Parzellen dem Heilig-Geist-Spital in Berlin (heute Spandauer Straße in Mitte) überschrieben, in dessen Besitz das Dorf 1319 vollständig überging und bis zur Reformation im Jahre 1539 blieb.

Das Wahrzeichen Heinersdorfs ist der Wasserturm. Als er zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurde, sollte er nicht nur die Wasserversorgung der schnell wachsenden Vorstadtgemeinde sichern. Er war ursprünglich auch als Rathausturm gedacht. Allerdings wurde der Wasserturm, der heute unter Denkmalschutz steht, tatsächlich zu keiner dieser Zweckbestimmungen je genutzt. Zu den markanten Gebäuden Heinersdorfs zählen außerdem die 1934/35 errichtete Schule (heute Grundschule Am Wasserturm), die aus dem 13. Jahrhundert stammende und zuletzt 1935 umgebaute Kirche der Evangelischen Gemeinde und die 2008 eröffnete Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde.

Schon lange vor seiner Eingemeindung war die verkehrliche Lage Heinersdorfs für die Gemeinde prägend. Der Ort lag auf halber Strecke zwischen Pankow und Weißensee und an der Verbindung zwischen Berlin und Bernau. Abgesehen von dieser Straßenkreuzung, die das Ortsbild heute dominiert, erhielt Heinersdorf bereits 1893 einen Bahnhof an der Stettiner Bahn (heute S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf) und wurde 1911 an das Berliner Straßenbahnnetz angeschlossen. Die Verkehrssituation ist eines der ungelösten Probleme des Ortsteils, das eine positive Entwicklung Heinersdorfs wesentlich behindert.

Neben einigen Mietshäusern im Ortskern und entlang der Romain-Rolland-Straße ist Heinersdorf durch eine lockere Wohnbebauung bestimmt, die vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand und seit der Wiedervereinigung stellenweise stark verdichtet wurde. Aus den 1990er Jahre stammen auch die beiden großen Neubauviertel Heinersdorfs - rund um die Eigerstraße und der Blumenwinkel.